Kita fällt aus! Was jetzt?
Di, 28.07. | 5:00-5:30 | Phoenix
Katharina Georges, 36, arbeitet als Heilerziehungspflegerin und stellvertretende Leiterin einer Kita in Neuss-Holzheim. Sie liebt ihren Beruf, doch Personalmangel, hohe Bürokratie und Überlastung prägen ihren Alltag. "Man will den Kindern unbedingt gerecht werden, aber schafft es nicht. Dann gehe ich mit einem unguten Bauchgefühl nach Hause". Katharina arbeitet Vollzeit, pendelt täglich mehrere Stunden und fragt sich, wie lange dieses System tragfähig bleibt.
Auch für Eltern wird Betreuung immer unsicherer. Denis Leimpek, 40, lebt mit seiner Familie in Allendorf (Lumda). Er arbeitet im Homeoffice, seine Frau im Kundenservice. Fällt die Kita-Betreuung aus, muss die Familie improvisieren - zwischen Videokonferenzen, Abholzeiten und Kinderbetreuung. Oft springen Freunde oder Bekannte ein. Sein Arbeitgeber zeigt nur begrenztes Verständnis. Daniel wünscht sich verlässlichere Betreuung, bessere Kommunikation und mehr Flexibilität für berufstätige Eltern. "Das Verständnis vom Arbeitgeber ist irgendwann begrenzt. Wir sind auf dem besten Wege, kinderunfreundlich zu werden."
Isabell Sacharek, 35, aus March bei Freiburg ist ausgebildete Sozialarbeiterin und Mutter von zwei Kindern. Eigentlich wollte sie nach der Elternzeit zurück in ihren Beruf. Doch stark steigende Kita-Gebühren haben dazu geführt, dass sich Teilzeitarbeit für sie finanziell nicht mehr lohnt. "Hohe Kita-Gebühren bedeuten Frauen, die zu Hause bleiben". Die Situation belastet ihren Alltag, ihren Selbstwert und ihre Zukunftsplanung. Im Austausch mit anderen Müttern wird deutlich, wie sehr die Kita-Krise Lebensentwürfe verändert - und wie sehr Deutschland auf Fachkräfte wie Isabell angewiesen ist.
Diese Folge ist Teil der Reihe Bundesvibe. Aktuell, regional, relevant. Bundesvibe zeigt, wie politische Entscheidungen das echte Leben prägen - nah dran an den Gefühlen, Fragen und Herausforderungen der Menschen in Deutschland.
Sendehinweis: 28.07.2026, 05:00 Uhr.
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