Zeit-Ton Jörg Piringer im Porträt
So, 14.06. | 20:01-20:58 | Ö1
Als „sound visual interactive electronic poetry“ beschreibt Jörg Piringer seine künstlerische Arbeit. Seit über 30 Jahren bereits forscht Piringer an der Schnittstelle von Musik und Sprache und nutzt dafür eine breite Palette an Instrumenten und Ausdrucksformen, von elektronischer Musik und Klanginstallationen über Radiokunst bis hin zu selbst entwickelten Poesie Apps. Und so erwartet die Besucher:innen von Jörg Piringers Website statt der klassischen Biographie ein kleines Vorstellungsvideo. „Ich strebe danach Problemfelder im Kontinuum zwischen Text, Schrift, Laut, Form und Inhalt zu erschließen“, hört man den Künstler darin sagen, während zu elektronischen Klängen Buchstaben über den Bildschirm rattern, die sich immer wieder zu konkreten Formen verdichten, bevor sie im nächsten Moment auch schon wieder auseinanderfallen. Kommende Woche erscheint Piringers sechstes Solo-Album, sein bislang literarischstes Album, wie der Künstler im Zeit-Ton Interview erzählt. Darauf zu hören sind 20 kurze Lautgedichte, die um das Wort „mu“ kreisen. „In der Zen-Tradition ist mu die Antwort, die die Frage verneint, ein Wort, das über eine binäre ja-nein-Logik hinausweist. In der Phonetik ist es schlicht ein stimmhafter bilabialer Laut, das Summen eines sich öffnenden Mundes. Im Deutschen ist mu das rückwärts gelesene um, die Präposition der Verwandlung und Umschließung."Aber auch die Arbeit im Kollektiv nimmt einen wichtigen Platz im künstlerischen Schaffen Jörg Piringers ein. So ist er etwa Gründungsmitglied des Ersten Wiener Gemüseorchesters und des Instituts für transakustische Forschung. Im Vorfeld zur Premiere seines neuesten Hörstückes "verbrenner“ in der Ö1 Sendereihe „Blaue Stunde“ am 29. Juni widmen wir Jörg Piringer ein „Zeit-Ton“-Porträt.
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