Twist Bilderflut - Was ist ein Foto noch wert? (AT)

So, 13.09.  |  9:35-10:05  |  ARTE
Untertitel/VT Hörfilm/AD Zweikanalton  Kultur, 2026
Jeden Tag entstehen 5,3 Milliarden Fotos. Seit dem Einsatz von KI werden es immer mehr. Essen, Sonnenuntergänge, Momente, die nie wieder angesehen werden. Studien belegen: Wer alles fotografiert, erinnert sich schlechter. Warum die Dauerdokumentation? Was genau soll festgehalten werden, was geht dabei verloren und was wird gewonnen?

Der in Paris lebende Filmemacher Maximilien Van Aertryck beschäftigt sich mit der Frage: Was wurde aus der genialen Erfindung der Fotografie gemacht? Van Aertryck hat gemeinsam mit Axel Danielson zu dem Thema zwei Dokumentarfilme realisiert, u.a. "And the King Said, What a Fantastic Machine".

Er macht das Gegenteil von dem, was die Bilderflut tut: Der deutsch-türkische Künstler Abdulhamid Kircher arbeitet mit analogen Abzügen, persönlichen Archiven und schmerzhaften Erinnerungen. In seiner aktuellen Ausstellung "Rotting From Within" in den Hamburger Deichtorhallen verbindet er Archivfotos und neu aufgenommenes Bildmaterial zu einer Installation über Gefühle, Machtstrukturen und persönliche Narrative.
Die radikalste Antwort auf die Bilderflut kommt ohne Bild aus: LA HORDE und das Ballet national de Marseille fragen in "Age of Content", was am lebendigen, atmenden Körper noch einzigartig bleibt, wenn endlose Foto-Ströme Bildschirme fluten. Und die in Brüssel lebende Künstlerin Léa Belooussovitch überträgt Aufnahmen von Kriegen, Katastrophen und menschlichem Leid auf Filz und verwandelt digitale Schärfe in verschwommene, fragile Zeichnungen.

"Twist" fragt: Welche Aufnahmen bleiben aus der Masse der Bilder und was geht verloren, wenn alle alles festhalten wollen.

Redaktion: Regina Rohde

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