WM 1994 - Elf Helden, ein Albtraum Der Trainer Film von Manfred Oldenburg
So, 14.06. | 22:00-22:45 | Das Erste
"Elf Helden – Ein Albtraum" wirft einen Blick hinter die Kulissen dieses für Deutschland denkwürdigen WM-Turniers. Die vierteilige Dokuserie zeichnet den Weg der Nationalmannschaft zur und während der WM 1994 nach und zeigt, wie eine der individuell stärksten deutschen Mannschaften aller Zeiten spektakulär scheiterte. Dabei spannt sie den Bogen von den WM-Vorbereitungen bis hin zum späteren EM-Sieg im Jahr 1996 und nimmt den Zuschauer mit in das Wechselbad der Gefühle Deutschlands in den 1990er Jahren – in ein Land zwischen Einheitseuphorie und Identitätssuche.
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Als die deutsche Nationalelf 1994 als amtierender Fußball-Weltmeister zur WM in die USA aufbricht, ist die Stimmung im Team sehr gut – die Spieler sind gespannt und freuen sich auf das Turnier, die USA sind zu diesem Zeitpunkt noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch eins ist allen klar: Weltmeister wird man nur, wenn alles perfekt läuft.
Doch die Vorbereitung zur WM tut dies schon mal nicht. Sie findet in der Sportschule in Malente statt – dort, wo sich die deutsche Mannschaft u. a. auf die erfolgreiche Heim-WM 1974 vorbereitet hat und wo der viel beschworene „Geist von Malente“ zum WM-Sieg beigetragen haben soll. Diesen will Bundestrainer Berti Vogts auch 1994 heraufbeschwören – doch die mittlerweile gestandenen Profis, denen kein Luxus fremd ist, geben sich zwanzig Jahre später nicht mehr mit den einfachen Dreibettzimmern der Sportschule zufrieden.
Erste Spannungen sind vorprogrammiert. Ganz anders als vier Jahre zuvor in Italien – hier war die Atmosphäre harmonisch, das gesamte Team war ein eingeschworener Kreis, in dem der eine für den anderen einstand. Und über allem schwebte „der Kaiser“, der den Titel nun auch als Teamchef nach Deutschland holte. Und der kurz nach der WM orakelte, dass Deutschland „über Jahre hinaus nicht zu besiegen“ wäre. Ein Versprechen für Millionen von Fans, eine Bürde vor allem für seinen Nachfolger Berti Vogts.
So steht Bundestrainer Vogts von Beginn an unter Druck – und im übergroßen Schatten seines Vorgängers. Ist Beckenbauer der „Kaiser“ und die „Lichtgestalt“, so ist Vogts der „Terrier“, ehrlicher Arbeiter, Verfechter von Disziplin und Zusammenhalt, der an althergebrachten Idealen festhält. Doch die Werte, für die er steht, sind in den 90er Jahren passé – wie die ganze Welt, hat sich auch der Fußball rasant verändert: die Spieler sind globale Marken geworden, selbstbewusst, extrem wohlhabend und dauerpräsent in den zunehmend boulevard-orientierten Medien. Und wie in die deutsche Gesellschaft generell, ist auch in den Profifußball die „Ich-AG“ eingezogen.
Ganz anders als sein Vorgänger weigert sich Berti Vogts zudem, mit der zu dieser Zeit im Fußball allmächtigen BILD Zeitung zu kooperieren. Die darauf reagiert und in den Wochen vor der WM zunehmend das Bild eines Verlierers und Versagers zeichnet – das sich auch in der Öffentlichkeit verfestigt.
Doch Berti Vogts geht es von Beginn an vor allem darum, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Mannschaft in den Mittelpunkt zu stellen – und dazu gehört für ihn auch, dass die Spieler fokussiert und unter sich bleiben, ohne Frauen und Familie. Dafür fehlt so manchem Spieler das Verständnis – als etwa Bianca Illgner ihren Mann in Malente besuchen will, kommt es zu einem ersten offenen Zerwürfnis von Vogts mit seinem langjährigen Schützling Bodo Illgner.
So steigt der Druck auf Berti Vogts vo
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