Radiokolleg Ungarn – Eine Spurensuche (2)
Di, 20.10. | 9:05-9:30 | Ö1
Was bringt Menschen dazu, in ihrer Heimat zu bleiben? Selbst dann, wenn die politischen Verhältnisse schwierig sind? Und wie weit sind sie bereit, sich dafür anzupassen?Mari Langs Großmutter erlebt Krieg, eine stalinistische Diktatur und den niedergeschlagenen Volksaufstand von 1956. Trotzdem bleibt sie in Budapest. Sie arbeitet in einem Ministerium, zieht ihre Tochter groß und richtet sich im kommunistischen Ungarn der 1960er-Jahre ein. Eine Wohnung, ein Wochenendhaus, ein Trabant. Das Leben wird bequemer, solange man sich mit den Verhältnissen arrangiert. Jahrzehnte später wird sie überzeugte Anhängerin von Viktor Orbán.Doch nicht alle Menschen, die bleiben wollen, sind bereit, sich anzupassen. Im ostungarischen Mikepércs trifft Mari Lang auf Frauen, die sich gegen die Folgen der boomenden Batterieindustrie wehren. Sie sorgen sich um ihr Trinkwasser, ihre Umwelt und die Gesundheit ihrer Kinder. Sie organisieren Proteste, lassen Wasserproben untersuchen und legen sich mit mächtigen Konzernen und Behörden an. Eine ihrer Wortführerinnen, Éva Kozma, stammt selbst aus Siebenbürgen. Sie hat ihre Heimat schon einmal verlassen und will das nicht noch einmal tun.Zwei Frauen, zwei Generationen und zwei sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage, was es bedeutet, in seiner Heimat zu bleiben. Die eine richtet sich ein. Die andere mischt sich ein. Beide wollen sich das Leben, das sie sich aufgebaut haben, nicht nehmen lassen.Gestaltung: Mari Lang
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